
Dirty Soil
Research · Object Design · Visual Communication
Wer bestimmt eigentlich, was wertvoll ist?
Wir lernen, Geld zu zählen, Gold zu bewahren und Besitz als Zeichen von Reichtum zu verstehen. Gleichzeitig können wir Lebensgrundlagen zerstören und diesen Vorgang als wirtschaftlichen Gewinn verbuchen.
Dirty Soil untersucht diesen Widerspruch: Wie entstehen unsere Vorstellungen von Wert – und warum bleibt die Bedeutung von etwas oft unbeachtet, solange sie sich nicht in einem Preis ausdrückt?
Ringe und Barren aus Erde bringen zwei Wertvorstellungen zusammen. Die Formen stehen für Reichtum und Sicherheit. Das Material steht für ökologische Beziehungen, deren Bedeutung unabhängig davon besteht, ob wir ihnen einen Marktwert geben.
Zentrale Fragestellung
Wie entstehen unsere Maßstäbe für Wert – und warum führen sie dazu, dass wir manches sorgfältig bewahren, während wir anderes trotz seiner grundlegenden Bedeutung zerstören?
Hintergrund
Wertvorstellungen werden durch Kultur, Gewohnheiten, wirtschaftliche Systeme und Gestaltung geprägt. Geld macht besonders deutlich, wie sehr Wert auf gemeinsamem Vertrauen und gesellschaftlichen Vereinbarungen beruht. Es beeinflusst, was möglich wird, was sich lohnt und was als Erfolg gilt.
Die Bedeutung eines lebendigen Bodens besteht auch ohne diese Anerkennung. Seine Bewohner und ökologischen Beziehungen lassen sich jedoch nur unvollständig in den Maßstäben abbilden, nach denen wir handeln.
Dirty Soil fragt deshalb auch nach diesen Maßstäben selbst: Was erfassen sie? Was lassen sie außen vor? Und welche Folgen hat das?

Ansatz
Das Projekt nutzt die vertrauten Symbole von Reichtum, um unsere Zuordnungen ins Wanken zu bringen. Erde erhält die Form eines Rings oder Barrens – und damit einen Kontext, in dem wir Kostbarkeit erwarten.
Diese Verschiebung soll den Blick auf unsere Bewertung lenken: Hat sich das Material verändert? Seine Bedeutung? Oder nur unsere Bereitschaft, ihm Aufmerksamkeit zu geben?
Die Frage nach dem Karatwert von Boden wird so zur Frage nach dem Maßstab selbst.