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TREEALITY

Route: Creative Education
Wahrnehmung, Verstehen, Beziehung, Bildung#


TREEALITY ist ein Augmented-Reality-Trail, der das oft übersehene Leben von Bäumen erfahrbar macht.


Teilnehmende erleben ökologische Zusammenhänge nicht über Information, sondern über Wahrnehmung, Raum und eigene Bewegung.

Zentrale Fragestellung

Wie verändert sich unser Umgang mit Natur, wenn wir Wälder nicht mehr als Kulisse, sondern als lebendige Systeme wahrnehmen?

Hintergrund  

Pflanzenblindheit beschreibt die historisch gewachsene Tendenz, Pflanzen als passive Kulisse statt als lebendige Organismen wahrzunehmen. Diese Sichtweise reicht bis zu Aristoteles zurück, der Pflanzen am unteren Ende der Scala Naturae einordnete – eine Hierarchie, die unser Denken bis heute prägt.

Weil Pflanzen sich langsamer bewegen und anders reagieren als Tiere, bleiben ihre Fähigkeiten oft unsichtbar und werden unterschätzt.

TREEALITY setzt hier an: Durch erweiterte Realität werden pflanzliche Aktivität, Vernetzung und Reaktionsfähigkeit sichtbar – und damit eine neue Grundlage für Empathie und verantwortungsvolles Handeln geschaffen

 

Unser Bild von Pflanzen ist historisch geprägt – nicht wissenschaftlich aktuell.

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Kommunikation & Warnsignale 

Bäume können:
 

  • bei Schädlingsbefall chemische Warnstoffe abgeben,

  • über Luft (flüchtige organische Verbindungen) und Boden reagieren,

  • ihre Abwehrstoffe hochfahren, wenn Nachbarpflanzen betroffen sind.

  • Diese Signale verändern messbar Wachstum, Abwehrstoffe und Überlebenschancen benachbarter Pflanzen.

    Ein evolutionär entstandenes Kooperationssystem, das die Stabilität des gesamten Ökosystems erhöht

Netzwerke:
Wood Wide Web 

  • Bäume sind über Mykorrhiza-Pilze miteinander verbunden.

  • Dieses Netzwerk:

    • verteilt Ressourcen effizienter,

    • gleicht Stress (Trockenheit, Schädlingsbefall) aus,

    • erhöht Resilienz von Wäldern.

       

Wälder funktionieren nicht als Sammlung einzelner Bäume, sondern als System. Ein emergentes Zusammenspiel aus Pilzen und Pflanzen.

Mutterbäume & Setzlinge

  • Ältere, große Bäume („Mother Trees“) sind zentrale Knotenpunkte im Wald.

  • Sie unterstützen junge Pflanzen (Seedlings) über unterirdische Pilznetzwerke (Mykorrhiza).

  • Über diese Netzwerke werden u. a.:

    • Kohlenstoff

    • Wasser

    • Nährstoffe

    • chemische Signale
      weitergegeben.

 

Diese Rolle ist dynamisch und abhängig von Standort, Alter und Netzwerkdichte.

Entscheidungen & Intelligenz

Bäume treffen Entscheidungen.
Sie priorisieren Wachstum, Verteidigung oder Ressourcenteilung abhängig von ihrer Umgebung. Wurzeln „wählen“ nährstoffreichere Zonen, Blätter regulieren Energieverbrauch, Netzwerke verteilen Ressourcen gezielt.

Diese Intelligenz ist dezentral, langsam und kollektiv organisiert.Nicht individuell – sondern systemisch.

 

Intelligenz als Prozess, nicht als Organ.

Bäume können lernen.

Experimente zeigen, dass Pflanzen auf wiederholte Reize anders reagieren als auf neue. Sie passen ihr Verhalten an Umweltbedingungen an – etwa an Trockenstress, Lichtverhältnisse oder mechanische Reize.

Diese Form von Lernen funktioniert ohne Gehirn, aber über biochemische und elektrische Signalwege.


Erfahrungen werden auf zellulärer Ebene gespeichert und beeinflussen zukünftige Reaktionen.

Gedächtnis ohne Nervensystem – aber mit Wirkung.

Das Leben der Bäume

Warum Bäume oft als „leblos“ wahrgenommen werden:
 

  • ihre Bewegungen sind langsam,

  • ihre Prozesse nicht direkt sichtbar,

  • unsere Wahrnehmung ist auf Tier- und Menschenzeit skaliert.


Tatsächlich:

  • Bäume reagieren permanent auf:

    • Licht,

    • Wasser,

    • Temperatur,

    • Nachbarn,

    • Verletzungen.
       

  • Wachstum, Abwehr, Kooperation = aktive Lebensprozesse.

Was wir heute
wissen

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Ziele 

  • Natur nicht als Kulisse, sondern als lebendiges System erfahrbar machen

  • Abstraktes Wissen (z. B. Ökosysteme, Vernetzung, Zeiträume) in körperliche Erfahrung übersetzen

  • Aufmerksamkeit, Empathie und langfristige Beziehung zur Umwelt fördern

  • Bildung außerhalb klassischer Lernräume ermöglichen

Kompass ·
StudioBOXQ 

StudioBOXQ arbeitet an der Schnittstelle von Design, Bildung und Wahrnehmung.

 

Bei TREEALITY wird Wissen nicht vereinfacht oder erklärt, sondern übersetzt – in Räume, Bilder und Erfahrungen.

 

Die Gestaltung folgt dabei drei Prinzipien:

  • Erleben statt Erklären
    Inhalte werden nicht vermittelt, sondern erfahrbar gemacht.

  • Raum als Lernmedium
    Landschaft, Weg und Umgebung sind Teil der Bildung – nicht nur Träger.

  • Technologie als Werkzeug, nicht als Fokus

 

Augmented Reality dient der Wahrnehmung, nicht der Inszenierung.

Wirkungsebene

TREEALITY verändert nicht Verhalten, sondern Wahrnehmung – als Grundlage für langfristige Entscheidungen im Umgang mit lebendigen Systemen.

Projektformat

  • Augmented Reality Trail im öffentlichen Raum

  • ortsspezifisch (Wald, Park, Stadtgrün, Bildungsareale)

  • begehbar, selbstgeführt oder moderiert

  • modular erweiterbar

Einordnung im
Gesamtsystem
Studio BOXQ

TREEALITY ist eine Station auf der Route Creative Education.
Sie kann eigenständig umgesetzt oder mit weiteren Stationen kombiniert werden – je nach Kontext, Ort und Zielgruppe.

Was wir wahrnehmen, bestimmt, wofür wir Verantwortung übernehmen.

TREEALITY ist eine Station auf der Route Creative Education:

ein konzeptioneller AR-Trail, der das verborgene Leben der Bäume sichtbar macht und Wahrnehmung als Ausgangspunkt für Empathie und verantwortungsvolles Handeln nutzt.

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